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Thema: Filme/Kino

Ab 13. August im Kino




COCO CHANEL


Die anrührende und bewegende Biographie einer der wohl emanzipiertesten Frauenpersönlichkeiten ihrer Zeit ist die Geschichte der Gabrielle Chanel (Audrey Tautou), die als kleines Mädchen zusammen mit ihrer Schwester in einem Waisenhaus in Frankreich lebt und jeden Sonntag vergeblich darauf wartet, vom Vater abgeholt zu werden.

Ihr Werdegang als Varietésängerin in Clubs, schließlich Näherin im Hinterzimmer einer Provinzschneiderei lässt eher hoffen, als eine große Karriere vermuten. Ihr Dasein als Kurtisane im Schloß des Baron Etienne Balsan (Benoit Poelvoorde) zwischen Lebedamen, Lebemännern und Parties erweckt eher Mitleid, denn Bewunderung, auch wenn sie dadurch der materiellen Armut entkommt, aber in seiner emotionalen und materiellen Abhängigkeit lebt.

Und dennoch eine immer stärker werdende Frau, eine Rebellin, die schließlich mit ersten eigenen Kreationen, ersten schlichten und eleganten Hüten, in einer Zeit enggeschnürter Korsetts und Wespentaillen-Mode Aufmerksamkeit erregt, indem sie genau diesen Konventionen trotzt. Schafft sie es doch, mit provozierender Einfachheit, geraden Linien, Schlichtheit und Versachlichung die modische Befreiung der Frauen einzuleiten. Und manchmal trägt sie die Kleidungsstücke ihrer Liebhaber.

Schließlich richtet sie sich mit finanzieller Unterstützung des Barons und ihrer großen Liebe Boy Capel (Alessandro Nivola) in Paris ihr erstes eigenes Atelier ein.

Als Geliebte und Liebende aber weiß sie, dass sie niemals nur „einem Mann“ gehören will. So verweigert sie die Ehe mit Boy Capel, obwohl dieser sie liebt. Vielleicht, weil sie so klug ist und weiß, dass Ehe und Liebe nicht nur in ihrer Zeit miteinander nichts zu tun haben müssen.

Die beeindruckend verfilmte, filmisch eindrucksvoll umgesetzte Geschichte der Gabrielle Chanel dürfte interessieren, wen nicht nur allgemein Biographien, sondern vor allem solche wie die der legendären Modeschöpferin interessieren. Keine Frau verkörpert wohl mehr die selbstbestimmte Frau ihrer Zeit, die bis heute zum zeitlosen Symbol für Erfolg, Freiheit und Stil wurde.


(© Ulrike Suppes) 


Ulrike Suppes 02.08.2009, 19.05 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ab 05.02.2009 im Kino



Endlich Witwe



Genre: Komödie


Ann-Marie ist mit einem erfolgreichen, sehr vermögendem Schönheitschirurgen verheiratet, der aber keine Gelegenheit ausläßt, sie für dumm zu erklären und ihr zu verstehen zu geben, wie sehr sie ihn nervt.

Bei ihrem Geliebten Leo, einem Bootsbauer, der sie achtet, verehrt und respektiert, erfährt sie wirkliche Liebe und fühlt sich wohl. Beide träumen vom Zusammenleben, von einer gemeinsamen Zukunft.

Als Leo ein berufliches Angebot nach China erhält, scheint die Chance auf ein gemeinsames Leben gekommen. Ann-Marie will Gilbert endlich verlassen.

Der tödliche Autounfall Gilbert's könnte die erhoffte Freiheit unverhofft bringen, aber die wirklichen Hindernisse und Hürden sitzen im eigenen Kopf. Ann-Marie spielt ihrer Familie die Rolle der trauernden Witwe vor und selbst als ihr Sohn hinter ihr Liebesverhältnis kommt, verleugnet sie ihre Liebe zu Leo. Dieser verläßt schließlich allein und tief enttäuscht das Land.

Es dauert, bis Ann-Marie endlich den ehelichen Käfig und alle Konventionen aufgibt, in ein anderes Haus zieht und ein eigenes, selbstbestimmtes Leben beginnt. Und bis Leo,  wieder zurück aus China, zusammen mit seinem Adoptivsohn vor ihrem Haus steht.


Filmkritik:

"Endlich Witwe" ist eine amüsante, humorvolle und leichte Komödie, die weder moralintriefend, noch überladen daher kommt, aber dadurch nicht etwa weniger ernst zu nehmen ist. Mit professioneller Leichtigkeit schafft es der Film, durch kurz gehaltene  Dialoge und witzig anmutende Szenen ein durchaus ernstes Thema abzuhandeln. Durch seine trockene Art reizt er ständig zum Lachen und langweilt nicht eine einzige Minute. Ein echt unterhaltsames Filmvergnügen.


Filmstart: 05.02.2009


(© Ulrike Suppes) 
  

Ulrike Suppes 20.12.2008, 12.34 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ab 30.10. im Kino












Ulrike Suppes 14.08.2008, 19.21 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Dialog



DIALOG MIT MEINEM GÄRTNER


Starttermin: 20. Dezember 2007


Ein Film von Jean Becker
Mit Daniel Auteuil, Jean-Pierre Darroussin
Frankreich 2007
109 Min., 35mm,


Ein Maler (Daniel Auteuil) kehrt nach gescheiterter Ehe in sein Elternhaus ins Hinterland von Paris zurück und sucht einen Gärtner (Jean-Pierre Daroussin) zur Pflege des Gartens. Als ein Gärtner sich vorstellt, entpuppt sich dieser als alter Schulkamerad des Malers. Die Freude ist entsprechend groß, Erinnerungen an alte Zeiten leben auf.


Während der Maler an seinen Bildern pinselnd in seiner eigenen Welt mit eigenen, eigensinnigen Wertvorstellungen lebt, arbeitet der bodenständige und einfache Gärtner im Garten. In den Pausen lädt der Maler den Gärtner ein und es ergeben sich Gespräche über die Dinge ihrer unterschiedlichen Ansichten und Auffassungen, ihres Lebens auf dem Lande und in der Großstadt, Familie und Frauen, Gemüseanbau und Kunst, ihren sehr unterschiedlichen Gewohnheiten und Lebensphilosophien.


Der Maler raucht und trinkt, der Gärtner lehnt das Rauchen ab und trinkt lieber Tee, der Maler sucht erotische Abenteuer mit seinen Aktmodellen, der Gärtner lebt seit Jahrzehnten zufrieden und in einfachen Verhältnissen an der Seite seiner Frau, der Maler liebt Paris, Vernissagen, ist in seinem Elternhaus zuhause und doch noch nicht bei sich selber angekommen, in sich selber nicht zuhause.


Zwischen beiden Männern entwickelt sich allmählich eine Freundschaft. Jeder erfährt jeden Tag etwas vom anderen. Der Gärtner berichtet detailliert über seine Erfolge im Garten, die sprießenden Gurken und Kartoffeln, die Qualität der Tomaten und Rosenstöcke, der Maler über seine Sichtweise der Dinge. Der Gärtner ist zufrieden. Der Maler nicht wirklich.


Als es dem Gärtner gesundheitlich schlecht geht, hilft ihm der Maler durch seine Beziehungen zu Ärzten in Paris und folgt dem Gärtner auf seinen letzten Wegen zum Angeln und in seinen alten eigenen Garten.


Durch das Wesentliche dieser Freundschaft und den Verlust des Freundes, verändert sich auch der Maler, findet Kontakt zu sich selbst, stellt fest, dass er seine Frau nach wie vor liebt.


Der Film beeindruckt durch das Ambiente einerseits idyllischer Einfachheit und gleichzeitig Schönheit der französischen Landschaft, Lebensart, Leben und Leben-Lassen, durch die Tiefe der Dialoge, menschliche Begegnung und Beziehung, die Erörterung solcher Fragen wie Freundschaft und Liebe, Sein und Sinn, Werte und Wertschätzung. Es ist ein anspruchsvoller und gleichzeitig entspannender Film, geeignet für alle Menschen, die sich gerne mit Lebensfragen auseinandersetzen und beschäftigen. Ein Film, in dem man mit seinem besten Freund, PartnerIn und genau so gut Nachbarin gehen kann, jeder wird etwas in diesem Film hören und sehen, erfahren und herausfinden, was mit ihm selber zu tun hat.


(© Ulrike Suppes)



http://www.arsenalfilm.de/dialog/index.htm


Ulrike Suppes 06.11.2007, 18.37 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Sicko


SiCKO

Starttermin: 11.10.2007

Regie: Michael Moore

Produktion: Michael Moore

Gesundheit ist ein teures Gut. Nicht nur in Amerika. Aber die beste Krankheit taugt nichts, wenn Krankenkasse oder Versicherung unter dem Vorwand fadenscheiniger Ausreden die Kosten nicht übernehmen oder mittels perfider Tricks die Kostenübernahme ablehnen. Am Gesundheitssystem erkennt man, wie die Gesellschaft mit Alten, Kranken, Schwachen umgeht. Sicko konfrontiert die Zuschauer mit einem Albtraum, der jeden ereilen und betreffen kann: Unheilbar krank zu werden, keine Hilfe mehr zu erhalten, weil Arztrechnung, Heilmethoden oder bestimmte Medikamente zu teuer sind. An erschütternden Schicksalen zeigt Michael Moore, dass dieser Albtraum aber auch in bestimmten Mechanismen der Gesundheitspolitik, der Krankenversicherungen und der Pharmalobby bedingt liegt. Deren unmenschliche Ausgrenzungsmechanismen, einhergehend mit Profitsucht trägt Mitschuld, wenn Krankheit zur existenzvernichtenden Katastrophe wird. Mit Sarkasmus und Witz, soweit man hierüber wirklich lachen kann, gelang es Michael Moore, aus einer todernsten Sache eine unterhaltsame und wirksame Auseinandersetzung einzuleiten.


©Ulrike Suppes

Ulrike Suppes 14.10.2007, 14.56 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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